„Bitte mit Deckel, bitte mit Sahne, bitte all inclusive.“ Unser Leben ist voller „mit“ – wir wollen immer mehr, immer weiter. Dieser Blog offenbart, wie reizvoll das „ohne“ sein kann. Nicht immer, aber meistens. Er erzählt von dem, was wir wirklich vermissen. Viel Vergnügen beim Lesen!
Meditieren ohne Ruhe
Funktioniert meistens
Ist es lebensmüde, dazwischen zu hüpfen, wenn Deine Gedanken Karussell fahren? Sicher nicht, denn was wäre die Alternative? In unserer Welt, die immer höher, schneller, weiter will, grenzt es an ein Wunder, wenn wir echte, ruhige Momente erleben. Obwohl wir es uns oft genug vornehmen.
Kennst Du das? Du kochst Dir einen Kaffee oder Tee und willst ein paar Atemzüge lang in den klaren Himmel schauen, einfach so, bewusst. Du stehst am Fenster und ertappst Dich dabei, dass Du ganz woanders bist. Das Hier und Jetzt ist irgendwie verrutscht.
Was passiert dann? Meistens fängt Dein/e innere/r Kritiker/in an zu poltern. Gar nicht gut… Das macht es Dir nämlich nicht leichter. Genauso, wie dieser Zen-Spruch: „Du solltest jeden Tag 20 Minuten meditieren. Außer du hast keine Zeit dafür, dann solltest Du eine Stunde lang meditieren.” Ist wahr, macht aber unnötig Druck. Und Du „solltest“ schon mal gar nicht. Du kannst, Du möchtest, Du willst, Du versuchst, das ja. Sollen sollen wir schon genug im Leben.
Genug der Vorrede, was also tun, wenn Dein Geist aufs Kettenkarussell springt? Drei Dinge: Es möglichst wertfrei wahrnehmen, Dich nicht mitreißen lassen und vor allem eins: Weiteratmen. Selbst wenn es nur diese drei, vier Atemzüge sind, die Du heute bewusst machst, beglückwünsche Dich dafür. Sie sind ein Anfang. Morgen sind es vielleicht schon fünf oder sechs. Je häufiger Du das tust, umso leichter wird es Dir fallen, das Gedankenkarussell sanft und liebevoll zu bremsen. Indem Du Deinen Fokus einsammelst und auf Deinen Atem lenkst.
Natürlich kannst Du Dich dafür hinsetzen, auf ein schönes Kissen, an einem Ort, wo Du Dich wohlfühlst. Eine Kerze anzünden, innehalten usw. Du kannst diese Übung mit dem bewussten Atmen aber auch überall machen. Jederzeit. Jetzt. Hier. In der U-Bahn, beim Einkaufen, im Meeting, vor dem Einschlafen. Mit offenen oder geschlossenen Augen.
Das macht sie so simpel wie gut, denn Du brauchst dafür nichts weiter als den Wunsch, es zu versuchen. Wieder und wieder. Lade diese Routine regelmäßig in Dein Leben ein und beobachte, was das mit Dir macht. Etwas in Dir breitet sich aus, wird größer. Womöglich ist es diese Ruhe, von der alle träumen. Das wünsche ich Dir. Von Herzen.


